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Editorial Nr. 6 Das Projekt grundrisse besteht nicht nur in der Herausgabe dieser Zeitschrift, sondern ebenso in der Organisation kleinerer und größerer Veranstaltungen, die wir gerne nach Möglichkeit auch mit Gruppen und Institutionen außerhalb des Redaktionskreises durchführen. In dieser Hinsicht ist einiges geschehen, vieles ist noch in Planung. Beginnen wir mit einem Rückblick. ... mehr Karl Reitter Wo wir stehen Überlegungen zu John Holloways Buch „Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen“ Ich schlage vor, Holloways Buch als Zwischenbilanz und Standortbestimmung des emanzipatorischen und antikapitalistischen Denkens und Handelns zu lesen. Daher habe ich auch den Titel gewählt: Wo wir stehen. ...mehr Robert
Foltin Asymmetrie der Kriege im Empire
(Zu Münkler: Die neuen Kriege) Ein Vorwurf an Hardt / Negris Buch „Empire“ ist eine zu positive Sichtweise der Multitude als Vielfalt und Unterschiedlichkeit der revoltierenden Bewegungen. Sie treibe das herrschende kapitalistische Regime, das Empire, vor sich her und reichere es mit emanzipatorischen Elementen an, die es dann zum Implodieren bringen. Es wird unterstellt, dass Revolten per se emanzipatorisch sind, was zu (beabsichtigten?) Mißverständnissen führt wie z.B., dass von den Autoren der islamische Fundamentalismus als Teil der Multitude gesehen würde. (Kurz 2003 S. 269) ...mehr BUM – Büro für ungewöhnliche Maßnahmen Unser kleines Jenseits ~ Das Wir und der Antirassismus, ein Beitrag zur antirassistischen Arbeitspraxis Ein zentraler Ausgangspunkt jeder antirassistischen Arbeit ist das Wir. Und zwar in zweifacher Hinsicht. Einerseits ist das rassistische Wir letztlich jene Bastion, die es diskursiv anzukratzen und zu knacken gilt, andererseits ist auch das Wir, das sich gegen Rassismen richtet, als Nukleus des eigenen politischen Handelns unter die Lupe zu nehmen. ...mehr Serhat
Karakayali, Vassilis Tsianos Knietief
im Antira-Dispo oder Do you remember Capitalism?
Kaum hatte Anfang der neunziger Jahre die Debatte um Rassismus in Deutschland angefangen, da schien sie auch wieder eingeschlafen. Heute erleben wir die Spätfolgen dieser nicht zu Ende geführten Diskussion. Ihre Wege und Irrwege sind verschlungen. Die marginale Akademisierungswelle der „Rassismusanalyse“ in Form prekär subventionierter Forschungsprojekte und der dazu gehörenden Veröffentlichungen von Magisterarbeiten geht paradoxerweise mit einer Radikalisierung krypto-identitätspolitischer Antirassismuskonzeptionen für Mehrheitsangehörigen einher – in denen die soziale Existenz der MigrantInnen, die nach wie vor nicht repräsentierbar bleiben, ausgeklammert werden. ..mehr Ingo
Stützle Staatstheorien oder "BeckenrandschwimmerInnen der Welt
vereinigt euch!"
Bürgerliche Geschichtsschreibung hat es an sich, Begriffe, die aus der modernen Verfasstheit der Gesellschaftsformation entspringen, in die Vergangenheit zu projizieren und somit gesellschaftliche Verhältnisse zu naturalisieren. In linken Auseinandersetzungen wurde dies bisher fast ausschließlich in Bezug auf Nation und Volk ausführlicher diskutiert. Für viele weitere Begriffe des politischen Alltags wurde diese Auseinandersetzung bisher kaum geführt. So für den Begriff der „Arbeit“ und des „Staates“. ...mehr
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